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Untersuchungen   Studien zu Fahrradunfällen / Schutzwirkung des Fahrradhelms Was wir wissen: Wenn der Kopf bei einem Fahrradunfall ungeschützt etwa auf die Straße aufprallt,  wirken wuchtige Kräfte unmittelbar auf Schädel und Gehirn: Das Gehirn stößt an die Schädeldecke, es kann zu einer Blutung führen. Wenn das Gewebe anschwillt, werden Blutgefäße gequetscht, was eine Unterversorgung mit Sauerstoff nach sich zieht. Ob der gestürzte Radfahrer mit einer leichten Gehirnerschütterung davonkommt oder ob der Unfall zu einer dramatischen Bewusstseinsstörung, womöglich zu einem Wachkoma führt, kann niemand vorhersagen. Für den Fahrradhelm spricht ein entscheidender Grund: Ein Helm verstärkt die Schädeldecke und stellt sozusagen die Knautschzone zwischen Kopf und Straße dar. Er wirkt wie ein Stoßdämpfer, der die enorme Aufprallenergie insgesamt abfängt und zudem auf die gesamte Kopf-Fläche verteilt, die vom Helm bedeckt ist. Beim   Aufprall   wird   der   Helm   zusammengestaucht   –   manchmal   ist dies   an   Bruchstellen   sichtbar,   aber   oft   kommt   es   nur   zu   feinen,   mit dem bloßen Auge unsichtbaren Haarrissen. Auf   jeden   Fall   muss   ein   Helm   nach   einem   Sturz   ausgetauscht werden   –   aber   besser   der   Helm   ist   verwüstet,   als   der   Kopf,   denn der      Helm      schützt      vor      den      meisten      lebensbedrohlichen Kopfverletzungen. Dennoch   ist   der   Radhelm   beim   Fahrradfahren   für   viele   noch   nicht selbstverständlich. Die Gründe sind vielfältig: Zu   unbequem,   sieht   blöd   aus,   ruiniert   die   Frisur,   man   muss   ihn immer mitschleppen … Wie   eklatant   der   Unterschied   zwischen   den   Unfallfolgen   ohne   und mit    Fahrradhelme    sein    kann,    belegen    Untersuchungen    von Unfallforschern      und      Medizinern,      die      wir      nachfolgend zusammengefasst haben. Grundlagenstudie der Länder Baden-Württemberg und Thüringen                                                            Fahrradhelme retten Leben und schützen vor Verletzungen. Sie sind effektiv, um die Folgen von Fahrradunfällen erheblich abzumildern. Dies belegt eine umfangreiche Grundlagenstudie der Länder Baden-Württemberg und Thüringen (veröffentlicht Anfang 2017) mit neuen Zahlen. Die Studie beleuchtet wissenschaftlich fundiert an Hand von über 350 Quellen aus unterschiedlichen Ländern und Zeiten das Thema Fahrradhelm aus allen Perspektiven. Sie prüft eine Vielzahl möglicher Effekte von Helmen und einer Helmpflicht umfassend auf ihre wissenschaftliche Belastbarkeit. Um    die    Wirksamkeit    des    Helmes    bei Kopfverletzungen    und    seinen    Beitrag zur    Verkehrssicherheit    in    der    Höhe präziser     als     bisher     beschreiben     zu können,    wurde    eine    neue    Methode entwickelt.         Bisher         wurde         die Schutzwirkung       nur       durch       einen einzigen    Wert    abgebildete    (ca.    50    % Reduktion           der           Kopfverletzten abgeleitet   aus   Krankenhausstudien).   In dieser      Studie      wird      erstmals      die Wirksamkeit        des        Helmes        bei Kopfverletzungen       differenzierter       in Abhängigkeit    der    Verletzungsschwere berechnet.                                                               Abbildung: Berechnete Funktion der Helmwirkung bei Kopfverletzungen in Abhängigkeit der Verletzungsschwere (aus der Studie). Das Ergebnis ist eine errechnete Schutzwirkung bei Kopfverletzungen. Danach werden durch das Tragen von Fahrradhelmen zwischen 20 % der Kopfverletzungen bei Leichtverletzten bis zu über 80 % der Kopfverletzungen bei besonders schwer Verletzten vermieden. Steigerung der Helmtragquoten Um gezielt wirksame Maßnahmen zur Erhöhung der Helmtragequote entwickeln zu können, wurden auf Basis einer repräsentativen Telefonbefragung unter Fahrradfahrern differenzierte Daten zur Nutzung des Helms ermittelt. Mehr als die Hälfte der Probanden gab an, einen Helm zu besitzen, jedoch tragen lediglich 30 Prozent diesen auch so gut wie immer Betrachtet man die Helmnutzung in verschiedenen Altersgruppen, zeigt sich, dass die Hälfte der Jugendlichen, 45 Prozent der Erwachsenen und 38 Prozent der Senioren angeben, manchmal oder immer einen Helm zu trägt. Bei den Senioren ist der Anteil derjeniger, die nie einen Helm tragen, besonders hoch. Die Helmnutzung variiert zwischen dichter besiedelten Regionen (großstädtisch/mittelstädtisch) und eher ländlichen Regionen (kleinstädtisch, ländlich) nur gering. Überdurchschnittliche Helmtragequoten lassen sich bei Vielfahrern sowie bei den Fahrtzwecken Urlaub, Sport und Ausflug feststellen. Bei Alltagswegen ist die Helmtragequote geringer. Am geringsten ist sie bei Erledigungen. Kosten-Nutzen-Analyse einer Helmpflicht Die Studie untersucht unterschiedliche Ansätze zur Erhöhung der Helmtragequoten. Unter anderem wurde auf Basis von 268 verschiedenen Parametern eine Kosten-Nutzen-Analyse für eine gesetzliche Helmpflicht durchgeführt. Die Analyse ergab ein deutlich positives Nutzen-Kosten-Verhältnis. Berücksichtigt wurden bei den Berechnungen auch die ungewünschten Nebenwirkungen einer gesetzlichen Helmpflicht. Bei einer Befragung im Rahmen der Studie gab ein Teil der Radfahrenden beispielsweise an, bei Einführung einer Helmpflicht zukünftig ganz oder teilweise auf das Radfahren zu verzichten. Danach würde sich die Fahrleistung von Radfahrerinnen und Radfahrern insgesamt um etwa sieben Prozent verringern. Doch trotz den dadurch berechneten negativen Folgen für die Gesundheit bleibt unterm Strich eine positive Bilanz. Zahl der verletzten und getöteten Radfahrer senken  Baden-Württemberg verfolgt die Zielsetzung, die Zahl der im Radverkehr Verunglückten und Getöteten gegenüber dem Jahr 2010 bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Langfristig soll die Vision Zero erreicht werden – ein Straßenverkehr ohne Tote und Schwerverletzte. Diese Ziele sind auch mit hohen Helmquoten alleine nicht erreichbar. Studie-Kurzfassung  Download Studie-Langfassung  Download Studie der Unfallforschung der Versicherer (GDV) veröffentlicht am 13.10.2014 Quelle: http://udv.de/de/medien/mitteilungen/radhelme-schuetzen-wirksam  Ohne Helm wird's lebensgefährlich! Ein Helm kann Leben retten. 95 Prozent aller getöteten Radfahrer trugen keinen Helm, so ein Ergebnis der Analyse, die die Unfallforschung der Versicherer (UDV) mit dem Institut für Rechtsmedizin München und dem Uniklinikum Münster erstellt hat. 543 Unfälle zwischen 2012 und 2013 mit 117 Toten durchleuchteten die Wissenschaftler. Insgesamt lag die Tragequote bei den untersuchten Radlern nur bei 17 Prozent. Mehr als 50 Prozent der getöteten Radfahrer starben an einem Schädel-Hirn-Trauma. "Viele hätten überleben können", so Siegfried Brockmann, Leiter der UDV. Auch bei Unfällen mit Verletzten zeigt sich die Schutzwirkung des Helms deutlich: Von den Radfahrern mit schweren Kopfverletzungen hatte keiner einen Kopfschutz getragen. Bild: Fahrradunfälle - ohne Helm oft lebensgefährlich (Quelle: imago) Viele Kopfverletzungen ohne Fremdverschulden Die häufigste Ursache für Kopfverletzungen ist der Alleinunfall: So verunglücken mehr als die Hälfte aller verletzten Radfahrer allein, also ohne Unfallgegner. Davon betroffen sind vor allem ältere Radfahrer. Schwere Kopfverletzungen entstehen allerdings laut Studie häufig bei Kollisionen mit Fahrzeugen. Schnell fahrende Radfahrer haben übrigens zwar ein höheres Kopfverletzungsrisiko, weisen aber meist nur leichtere Kopfverletzungen auf. Das liegt daran, dass sie häufig einen Helm tragen. So kann ein Helm schützen Die Forscher untersuchten typische Unfallszenarien mit Hilfe von Computersimulationen. Stürzt ein Radfahrer auf die Seite und prallt mit dem Kopf auf die Fahrbahn, reduziert ein Helm die auf den Kopf einwirkende Energie um zwei Drittel. Das Risiko einer schweren Gehirnerschütterung sinkt nach Erkenntnissen der Unfallforscher um etwa 30 Prozent. Beim Sturz über den Lenker und frontalem Kopfaufprall sagen sie eine Minderung des Risikos für eine Hirnblutung (Blutung unterhalb der harten Hinhaut) um mehr als 90 Prozent vorher. Bei einer Kollision mit einem Auto dämpft ein Kopfschutz zwar den Aufprall, hier zeigt allerdings die Schutzwirkung heutiger Helme auch aufgrund der hohen Geschwindigkeiten ihre Grenzen, resümieren die Wissenschaftler. So kam die Radhelm-Studie zustande In zwei Akutkliniken wurden 239 Radfahrer dokumentiert, die Kopfverletzungen davontrugen. Diese reichten von Abschürfungen und Prellungen an der Kopfhaut bis zu schweren Schädel-Hirn-Traumata. Um typische Faktoren zu identifizieren, die das Entstehen von Kopfverletzungen begünstigen, wurden laut der Verfasser der Studie diesen 304 verunglückten Radfahrern gegenübergestellt, die Verletzungen nicht am Kopf, aber in anderen Körperregionen aufwiesen. Zusätzlich wurde die Datenbank getöteter Verkehrsopfer der Ludwig-Maximilians-Universität München genutzt, die 117 getötete Radfahrer dokumentierte. Crashtest                             Unfallforschung der Versicherer: Fahrradunfall mit und ohne Fahrradhelm Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=eC2VCO9w4KY  Studie aus Illinois (USA) Ein    Fahrradhelm    kann    bis    zu    87    Prozent    der    Stoß- energie    abfangen,    die    bei    einem    Aufprall    auf    den Schädel wirken.       Ob   etwa   Kinder   und   Jugendliche   beim   Fahrradfahren   einen Helm    aufhaben    oder    nicht,    macht    bei    Unfällen    einen großen Unterschied. Fahrradhelme     bieten     Kindern     erheblichen     Schutz     vor Verletzungen.     Das     berichten     Wissenschaftler     um     den Neurochirurgen    Tobias    Mattei    vom    Illinois    Neurological Institute    und   der   Bradley   University    im   Fachblatt   Journal   of Neurosurgery: Pediatrics. Um     die     Folgen     von     Kopfverletzungen     abzuschätzen, verwendeten   die   Forscher   menschliche   Totenschädel,   die sie     unter     anderem     mit     Zement     ausfüllten,     um     ein realistisches   Gewicht   von   etwa   zwei   Kilogramm   zu   erzielen. Dann   setzten   sie   den   Schädeln   Helme   auf   und   testeten   sie in   einer   Art   Unfallsimulationsmaschine.   Diese   traktierte   die Testschädel,   indem   sie   diese   mit   dem   Kinderhelm   voraus aus     ver-schiedenen     Höhen     auf     die     Bodenplatte     der Testvorrichtung prallen ließ.                   Bild: Journal of Neurosurgery: Pediatrics                                 Zum Vergleich unterzog das Team ungeschützte Schädel der gleichen Behandlung. Laut der Studie könne ein Fahrradhelm bis zu 87 Prozent der Stoßenergie abfangen, die bei einem Aufprall auf den Schädel wirken. Und laut Daten der US Centers for Disease Control seien bei tödlichen Fahrradunfällen meistens Kopfverletzungen im Spiel, betonen die Wissenschaftler. Die Verminderung der Stoßenergie durch Helme übersetzen die Forscher in einen fahrradrelevanten Vergleich: Wenn ein Unfall ohne Helm einem Unglück mit einer Geschwindigkeit von fast 50 Kilometern pro Stunde entspreche, dann reduziere ein Kopfschutz diese Geschwindigkeit auf etwa elf Kilometer pro Stunde. Quelle: Fachblatt Journal of Neurosurgery: Pediatrics (veröffentlicht im Dezember 2012) siehe unter http://thejns.org/doi/full/10.3171/2012.8.PEDS12116?prevSearch=Mattei&searchHistoryKey= Zusammenfassung der Untersuchung siehe unter http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/verkehrssicherheit-fahrradhelme-schuetzen- kinder-wirklich-1.1486339 Weitere Informationen erhalten Sie hier:  Amerikanische Hochschule für Chirurgie  Veröffentlichung vom 8. Oktober 2015 Behelmte Radfahrer weisen deutlich geringere Verletzungen nach Unfällen auf. CHICAGO: Forschungen der Universität von Tucson, Arizona, beweisen, dass behelmte Radfahrer ein 58 Prozent geringeres Risiko schwerer Verletzungen nach Unfällen tragen als ihre unbehelmte Vergleichsgruppe. Diese Erkenntnis wurde anlässlich des klinischen Kongresses der amerikanischen Hochschule für Chirurgen präsentiert. Das Forschungsteam führte auf Basis der nationalen Datenbank für Verletzungen (NTDB - Stand 2012) der amerikanischen Hochschule für Chirurgie eine Analyse von 6.267 Akten durch. Die Akten enthielten Daten von Patienten mit Hirnverletzungen, verursacht durch Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern. Nur etwas mehr als 25% der betroffenen Personen trugen Radhelme. Wir betrachten es als eine Tatsache, dass Radhelme Kopfverletzungen im Falle von Fahrradunfällen verhindern können,“ führte Ansab Haider, MD (Anmerkung Übersetzer: womöglich medical Director) und Mitinitiator der Studie aus. Aber die eigentliche Frage ist, inwiefern Helme bei Fahrradunfällen mit Kopfverletzungen überhaupt  schützen.“ Das Forschungsteam fand heraus, dass das Tragen eines Radhelmes das Risiko von Kopfverletzungen um 58 % und das Risiko getötet zu werden um 59 % reduziert. Weiterhin reduziert das Tragen eines Helmes das Risiko einer Kraniotomie (öffnen des Schädels zum Freilegen des Gehirns) und von Frakturen des Gesichtsschädels um 26 %. „Wenn Sie trotz des Tragens eines Helms bei einem Radunfall schwer verletzt werden, sind die Verletzungen noch immer wesentlich geringer, als wenn Sie keinen Helm getragen hätten,“ sagte Bellal Joseph, MD, FACS (Facial Action Coding System, ein Kodierungsverfahren zur Beschreibung von Gesichtsausdrücken der Amerikanischen Hochschule für Chirurgie) und Hauptautor der Studie. „Betrachtet man die Personengruppe, die bereits ein Schädelhirntrauma erlitten und es überstanden hat, näher, so wird man feststellen, dass es sehr wohl einen Unterschied ausmacht, ob man einen Helm trägt oder nicht.“ Das   Forschungsteam   befasste   sich   auch   mit   der Auswirkung   von Alter    und    Geschlecht    in    Bezug    auf    Radunfälle,    bei    denen Schädelhirntraumata auftraten. „Wir   haben   versucht   herauszufinden,   wie   sich   die Akzeptanz   des Helmtragens    über    die    verschiedenen    Altersgruppen    verteilt,“ sagte    Dr.    Haider.    „Die    geringste    Häufigkeit    fanden    wir    in    der Altersgruppe    zwischen    10    und    20    Jahren.    Aber    als    wir    in Zehnjahresschritten    nach    oben    gingen,    stieg    die    Akzeptanz kontinuierlich an.“ Dr.   Joseph   und   Dr.   Haider   stellten   fest,   dass   mit   jeder   Dekade des   Lebensalters   die Akzeptanz   des   Helmtragens   steigt   und   sich dies    bis    zum   Alter    von    70    Jahren    fortsetzt.    Danach    geht    die Akzeptanz   wieder   auf   den   Ausganspunkt   zurück.      Sie   fanden auch   heraus,   dass   die   Akzeptanz   bei   Frauen   höher   ist,   als   bei Männern. Das   Forschungsteam   stellte   auch   fest,   dass   von   den   Patienten, die    sie    in    ihrer    Studie    untersuchten,    diejenigen,    die    zum Unfallzeitpunkt    keinen    Helm    trugen,    ein    höheres    Risiko    von Verletzungen    des    Gesichtsschädels    hatten.    Dr.    Haider    sagte, dass   das   Tragen   von   Helmen   dazu   beiträgt,   Verletzungen   im oberen     Gesichtsbereich     zu     reduzieren,     einschließlich     des Bereichs   um   die   Augen   und   des   Orbitallappens.   Allerdings   war das   Tragen   des   Helmes   nicht   so   effektiv   um   Verletzungen   des unteren   Gesichtsschädels   zu   verhindern,   wie   z.B.   Unterkiefer- oder Nasenfrakturen. Quelle: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2015-10/acos-hbr100115.php Übersetzung: Dietmar Wannenmacher (LKA-KEV)